Katzenschicksal hinter den Kleinanzeigen

Schwetzingen. Der Name passt perfekt: "Tierschutzverein Arche Noah". Das Haus von Ursula Gruß-Uhrig im Dianaweg war und ist für viele Tiere tatsächlich die letzte Rettung vor dem Untergang. Auch für die Handvoll Leben, die sie liebevoll "Falbala" getauft haben. Das schwächliche Leichtgewicht ist nach der Schönheit aus den Asterixheften benannt. Sie stammt aus einer der vielen Katzenvermehrungsstationen, die ihre "Ware" über Ebay zum Verkauf anbieten und das Tierschutzgesetz mit Füßen treten. Im Keller der Arche wird die Kleine in den kommenden Wochen aufgepeppelt, medizinisch versorgt und sozialisiert. "Sobald sie groß und stärker geworden ist, kommt sie in einem Haushalt, wo schon ein Kater namens Obelix lebt", plant Organisatorin Anya Telzerow die Zukunft der hübschen Kätzin.

"Um Gutes zu tun braucht es keiner Überlegung". Unter diesem Leitsatz, der von Johann Wolfgang Goethe stammt, kämpft die Schwetzinger Einrichtung tagtäglich, und auch oft bis spät in die Nacht hinein, um heimatlosen, entlaufenen und in Not geratenen Katzen zu helfen.

Seit der Gründung vor fast 25 Jahren haben die ehrenamtlichen Helfer unzählige Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel aufgepeppelt, vor dem Tierheim bewahrt und ihnen ein neues Zuhause vermittelt. Ausgesetzte, entlaufene, verletzte oder einfach nicht mehr erwünschte Lebewesen werden bis zu ihrer Vermittlung privat bei Mitgliedern oder Freunden des Vereins untergebracht und versorgt.

Die Arche springt auch ein, wenn die Veterinärämter versagen. In Mannheim hat die routinierte Rettungsmannschaft aus Schwetzingen unlängst acht Katzen aus einer völlig verdreckten Messi-Wohnung in Mannheim geholt und vor dem sicheren Tod bewahrt. "Solche Fälle kommen leider oft vor. Und bis die Behörden wirklich aktiv werden, kommt die Hilfe meist zu spät", weiß Anya Telzerow. Nicht alle unterernährten, verwahrlosten Katzen der Mannheimer Mietnomaden haben die skandalöse Haltung überlebt. Doch drei der schwer geschädigten Vierpfötler sind inzwischen in neue Familien vermittelt. Die einfühlsame Therapie von engagierten Helfern wie Marc Gonzales, Christian Klever und anderen unter dem Dach der Arche hat ihnen jetzt den Weg in ein unbeschwertes Leben ermöglicht.

Rund 280 Mitglieder halten die Arche finanziell über Wasser. Die Arbeit mit Tieren und mit diesem Thema erfordert Idealismus, Engagement und vor allem viel Geld. Tierarztkosten von etwa 40.000 Euro müssen jedes Jahr aufgebracht werden. Über Mitgliedsbeiträge kommt höchsten ein Viertel dieser Summe in die Kassen. Allein Spenden sorgen dafür, dass das Rettungsschiff nicht untergeht, auch wenn die Wellen bisweilen hoch schlagen.

"Doch die Erfolge der vergangenen Zeit, glückliche Hundeaugen und zufriedenes Katzenschnurren machen unsere Arbeit so wertvoll und erfüllen uns mit Stolz und Zufriedenheit", erklären die Tierschützer ihre unermüdliche Motivation. Dass dieses Engagement ansteckend ist, zeigt die Resonanz bei der jungen Generation. "Bereits Grundschulkinder gehen mit sehr offenen Augen durch die Natur gehen und haben Fragen haben, die wir stets gerne beantworten", berichtet der Verein auf seiner Homepage über gelungene Aktionen beim Kinderferienprogramm und in den Schulen der Stadt.

Info: Weitere Informationen zum "Tierschutzverein Arche Noah gibt es im Internet unter www.arche-noah-ketsch.de. Ursula Gruss-Uhrig ist zwischen 10 und 17 Uhr telefonisch unter 06202/32 36 zu erreichen, und Anya Telzerow unter 01590/6 49 99 55 ganztägig per WhatsApp. oder per E-Mail an info@arche-noah-ketsch.de

 

Rettung aus Messi Wohnung in Mannheim

Mannheim/Schwetzingen. Dem Entrümplungskommando stockt der Atem: verdreckte Wände, Fett und Spinnweben an den Türen, schreiende Katzen, Müll, Kot und bestialischer Gestank überall. "Seit Jahren werden die Zustände in der Wohnung des Ehepaares L. bemängelt, doch weder der frühere Eigentümer Vonovia noch das Mannheimer Veterinäramt oder die städtische Ordnungsbehörde haben etwas dagegen unternommen", klagt Hausmeister Michael Würz. Jetzt wurde die heruntergekommene Zwei-Zimmer-Behausung zwangsgeräumt. Unter dem fußhohen Abfall spielte sich ein wahres Katzendrama ab. Neun verstörte Tiere versteckten sich in dem Abfallhaufen. Ein Tier sprang beim Eindringen der Reinigungsmannschaft in Panik vom Balkon in den Tod. Die Verursacher der Tragödie hatten ihre nicht genehmigte "Zucht" zurückgelassen und waren mit drei Katzen vom Stadtteil Rheinau in ein Quartier in Oftersheim gezogen.

 

Die "Messis", die auch nach Aussagen von Hausbewohnern illegal Katzen vermehrten und die Babys vor der Haustüre oder vor Supermärkten verkauften, hatten offenbar völlig den Überblick und die Kontrolle über ihr Leben verloren. Die eklatanten Verstöße waren ans Tageslicht gekommen, weil der Nachbar den Tierschutz informiert hatte, der wiederum beim Veterinäramt auf einen Ortstermin drängte. Dieser fand dann zwar statt, aber laut Kontrollbehörde "konnten die angenommenen Missstände nur zum Teil vorgefunden werden, so dass für eine sofortige Fortnahme der Tiere keine Grundlage bestand". Um den erteilten Auflagen nachzukommen, wird eine Frist von vier Wochen eingeräumt. Danach werde "selbstverständlich" nachkontrolliert. Sollte es dann noch Beanstandungen geben, behalte sich das Veterinäramt weitere verwaltungsrechtliche Maßnahmen vor, schrieb die Behörde im August. Der Nachbar erinnert sich anders an das Geschehen: "Das Veterinäramt kam tatsächlich einmal mit zwei Leuten. Obwohl die Familie L. hörbar zuhause war, aber nicht öffnete, zogen sie unverrichteter Dinge wieder ab."

 

Diese Aussage korrigiert die Stadt Mannheim auf Anfrage schriftlich: "Bei der zunächst beabsichtigten Vor-Ort-Kontrolle konnte vor Ort niemand angetroffen werden, so dass die tatsächliche Kontrolle dann erst am Folgetag stattfinden konnte. Diese wurde von der zuständigen Veterinärin und einer Sachbearbeiterin der Tierschutzbehörde durchgeführt. Zum Kontrollzeitpunkt gab es jedoch keinerlei Umstände, die eine sofortige Beschlagnahmung der festgestellten fünf Katzen hätten rechtfertigen können: Katzenfutter und Wasser war für die Tiere bereitgestellt. Die Anzahl der vorgefundenen Tiere ergab auch keine Hinweise auf eine vorliegende Zucht. Die Situation wurde im Rahmen einer Nachkontrolle am 18. September erneut vor Ort in Augenschein genommen. Auch bei dieser ergaben sich keine Grundlagen für eine Beschlagnahmung der angetroffenen Katzen." Tierschützerin Anya Telzerow von der Schwetzinger Organisation "Arche Noah" kann es nicht fassen: "Die müssen blind, taub und ohne Geruchssinn durch die Wohnung gelaufen sein. Innerhalb der vier Wochen bis zur Räumung können solche Dreckberge mit knöchelhohem Katzenkot und zentimeterdicken Fetträndern nicht entstanden sein".

 

Konfrontiert mit den unterschiedlichen Bewertungen, schreibt die Stadt auf erneute Anfrage: "Zum Zeitpunkt der Vorort-Kontrolle des Veterinärdienstes war keine ausreichende Grundlage für eine Beschlagnahmung der angetroffenen Katzen gegeben. Eine auch nur vorübergehende Herausnahme der Tiere hätte vorausgesetzt, dass erhebliche tierschutzrechtliche Mängel und eine Vernachlässigung der Tiere oder schwerwiegende Verhaltensstörungen nach dem Gutachten eines Amtsveterinärs vorliegen." Das sei nicht der Fall gewesen. Und so nahm die Geschichte ihren tragischen Lauf. Der neue Besitzer der ehemaligen Vonovia-Wohnung hatte keine Scheu vor juristischen Auseinandersetzungen. Er kündigte nach vergeblichen Abmahnungen dem Ehepaar L. fristlos.

 

Mit wenigen Habseligkeiten und drei Jungtieren zogen die beiden "Züchter" im Oktober nach Oftersheim ins Einzugsgebiet des Veterinäramtes des Rhein-Neckar-Kreises. Die verstörten Fellnasen kommen vorübergehend bei der "Arche Noah" unter. Ihr Schicksal und wer für die Kosten der Rettung und ärztlichen Versorgung aufkommen muss, bleibt offen. Jetzt, da man in Mannheim nicht mehr zuständig ist, gibt es allerdings gute Tipps für das Veterinäramt des Rhein-Neckar-Kreises: Die nun (!) bekannt gewordenen Umstände seien "die Grundlage für behördliche Maßnahmen gegen die Tierhalter, wie die Anregung eines Verfahrens zur künftigen Haltungsuntersagung".

 

 

weitere Links:

 

https://www.rnz.de/nachrichten/mannheim_artikel,-mannheim-ehepaar-hinterliess-neun-verwahrloste-katzen-in-einer-verdreckten-wohnung-_arid,477606.html

 

https://www.hna.de/welt/mannheim-katzen-messie-hoelle-gefangen-tierschutz-schrecklicher-fund-rettung-zr-13198114.html?fbclid=IwAR07QK6ed32zo-4kMO7Pudc_KnCzha4e5YdDcZ6Zbw9eyaKwPinvfKD4-Dk

 

https://www.lampertheimer-zeitung.de/lokales/nachrichten-rhein-neckar/bei-zwangsraumung-in-messi-wohnung-9-katzen-gefunden_20632477

 

Rhein/ Neckar Fernsehen:

 

https://www.rnf.de/mediathek/video/rnf-life-vom-donnerstag-den-14-november-2019/?fbclid=IwAR3dfQJLuHGiGsUWSYD3_5Zig3XV5fsWkJqHJ435c8IX9uGLuWSi_ZkXnHc

Die Arche Noah bekommt Zuwachs

 

In diesem Fall sind aber nicht nur süsse Fellnasen gemeint, sondern die Tierschützer des Vereines "Helfer ohne Grenzen", welcher sich derzeit aus Altersgründen in der Auflösung befindet. Als Projekt Sarajevo können die Mitglieder des Tierschutzbereiches ihre tolle Arbeit weiter führen.

 

Wie heissen alle Helfer und Mitglieder herzlichst Willkommen.

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(von 17:00-22:00, ganztägig per WhatsApp)

01590 6499955

 

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(per WhatsApp) 

01777150512

 

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letzte Bearbeitung: 03.07.2020